Spillyck2016

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"Reihe Weltmusik – Winterfreud und Winterleid

Spillyck entführt sein Publikum in die Klangwelten vergangener Zeiten des Rheinlandes und des Bergischen Landes, wobei der Dudelsack mit seinem hypnotisierenden Dauerton im Mittelpunkt steht. Mit ihm verschmelzen keltische Harfe, Akkordeon, Flöten, Gesang und morgen-abendländische Perkussion zu einer musikalischen Winterreise.

Seit der Gründung von Spillyck (rheinisch/bergisch für „Spielleute“) im Jahr 2006 begeisterte das Ensemble mit Auftritten im In- und Ausland (u. a. Galizien, Malta, Madeira) das Publikum. 

Lassen Sie sich von Spillyck durch alte Melodien und Lieder in einen neuen und unbekannten Klangkosmos entführen."

Text des Veranstaltungsflyers und -webseite

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Konzertkritik 2012:

"Dudelsack - ein Instrument, das süchtig macht"

von Marina Dirks | Solinger Tageblatt

Witzhelden. Die Tradition der Dudelsack-Musik am Leben zu erhalten, das hat sich das Ensemble „Spillyck“ (niederbergisch: Spielleute) zur Aufgabe gemacht. Eine Kostprobe davon gaben die Musiker zusammen mit dem Witzheldener Saxofon-Quartett „ClasSax“ in der evangelischen Kirche in Witzhelden. Beim Benefizkonzert standen klassische Stücke auf dem Programm. Außerdem wurden verschiedenste Instrumente wie etwa die „Northumbrian Smallpipe“, eine deutliche kleinere und leisere Variante des Dudelsacks, und die „Schalmei“, ein flötenähnliches Instrument mit markantem Ton, präsentiert.

Den meisten Applaus erntete aber Jonathan Kunecke, der nach nur sechs Wochen Saxofon-Unterricht mit einem Solo glänzte. Schwer sei das nicht, verrät der Neunjährige, der schon zwei Jahre Blockflöte spielt. Bei Christian Starke, Mitglied in beiden Ensembles, hat die Liebe zum Dudelsack anders begonnen: „Ich habe als Kind schon Dudelsackmusik gehört. Seit acht Jahren spiele ich selber, und diese Dauertöne, die den Dudelsack ausmachen, machen süchtig.“ Das empfindet auch Karla Schmidt so. Sie spielt selbst Saxofon („ich bin allerdings blutiger Anfänger“) und ist auch bekennender Fan des Dudelsacks. „Das Konzert war supergut.“ Zuhörerin Barbara Kolb genießt ganz besonders die Dudelsack-Parts: „Das habe ich bisher noch nie live gehört.“

Bei so viel anspruchsvoller Musik wurde im Anschluss gerne gespendet. Das Geld ist zu einem Teil für die Renovierung der Witzheldener Kirche bestimmt. Unterstützt werden soll darüber hinaus die Tereska-Stiftung. Sie kümmert sich um Kinder in Not, deren Schicksal nicht so im Fokus der Öffentlichkeit steht.

 


 

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„Dudelsack“ – schon dem Namen des Instrumentes haftet etwas Derbes, fast Vulgäres an. Ist „Dudeln“ nicht ein Synonym für die nervigen Klänge, die uns entgegenschallen, wenn wir Ruhe suchen? Auch der „Sack“ ist heute eher als Schimpfwort in Gebrauch. Und äußerlich erinnert das Instrument durchaus an sehr körperliche Dinge. Kein Wunder, dass der Dudelsack hin und wieder als obszönes, teuflisches Klangwerkzeug galt.
Aber wie kam er dann in den Kölner Dom? Mindestens siebzehn Dudelsack-Darstellungen der letzten siebenhundert Jahre finden sich im Inneren und an der Fassade der mächtigen rheinischen Kathedrale: in Fenstermalereien und Bodenmosaiken, in Steinskulpturen und Holzschnitzereien. Gespielt wird das Instrument in diesen Darstellungen von Tanzmusikanten oder teuflischen Mischwesen aus Mensch und Tier, aber auch von Hirten und sogar von Engeln.
In der Vergangenheit war der Dudelsack beides: mal argwöhnisch beäugtes Musik-Werkzeug der Unterschicht, mal Instrument der Engelschöre. Man spielte ihn zu bacchantischen Saufgelagen, aber ebenso zur Begleitung frommer Gesänge im Gottesdienst.
Auch im Klang des Dudelsacks vereinen sich irdische und himmlische, komische und kosmische Elemente. Mal blökt ein Lämmlein oder quiekt ein Schwein – und verrät damit die animalische Herkunft des Sacks aus einer Tierhaut; mal entfaltet sich eine üppige Klangpracht aus weichen Bässen, vielfältigen Obertönen und endloser Harmonie – denn der „Atem“ des Dudelsacks ist sozusagen unendlich, sprich: göttlich…


 

Mit dicken Backen (oder einem Blasebalg) pustet der Spieler den Sack auf. Dieser prall gefüllte „Luftspeicher“ wird dann mit dem Ellbogen gepresst, so dass die Luft in die Spielpfeifen entweicht und die dort angebrachten Rohrblätter zum Schwingen bringt. Außer der Melodiepfeife mit Grifflöchern haben die meisten Dudelsäcke eine oder mehrere Bass-Pfeifen, die einen immer gleich bleibenden Ton erzeugen, den sogenannten „Bordun“.
In mittelalterlichen Zeiten eignete sich das Instrument für unterschiedlichste musikalische Gattungen und Gelegenheiten. Choralmelodien, Tanzlieder oder Vortragsstücke basierten auf einem Grundton; der wurde von der Bordunpfeife geliefert, die einen passenden Klangteppich unter die Melodie legte. 
Als sich in der Renaissance die Mehrstimmigkeit entwickelte und damit ein „harmonisches“ Bewusstsein entstand, störte dieser gleichbleibende Grundton; denn Merkmal der neuen Kompositionskunst  war ja gerade der Wechsel von Bass-Tönen. Nach und nach verschwand der Dudelsack aus der Musik der höheren Schichten. 
In der Volksmusik überlebte er – nicht nur in Schottland: zwischen Malta und Malmö, von Galicien bis Galizien, überall in Europa waren oder sind bis in unsere Zeit unterschiedliche Formen des Dudelsacks in Gebrauch. Auch das Rheinland kannte die „Sackpief“; das belegen Bilder und Beschreibungen, Märchen und Melodien zwischen Mittelalter und Romantik. Irgendwann im späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert endete diese musikalische Tradition. 
Das Quartett  ließ sich von den Dudelsack-Darstellungen im Kölner Dom inspirieren, die wechselhafte Geschichte des Instrumentes nachzuzeichnen. Dabei geht es den Musikern nicht um eine „historisch korrekte“ Rekonstruktion der Klänge vergangener Jahrhunderte, sondern eher um eine Phantasie-Reise:
Melodien aus dem Rheinland, aber auch von anderswo sowie eigene Kompositionen; Musik aus Kirche, Kirmes und Karneval, farbig arrangiert und locker musiziert.

Tom Daun

 


 

Die Musiker von SPILLŸCK (niederbergisch für “Spielleute”) haben sich der Musiktradition der alten Herzogtümer Jülich/Cleve/Berg verschrieben. Vergessen geglaubte Tänze vom Niederrhein, wie flotte Polkas, flinke Siebensprünge und fetzige Rheinländer, bringen die Füße der Zuhörer zum Wippen und laden zum Mittanzen ein. Strahlende Hymnen des Witzheldener Komponisten Johann Wilhelm Wilms, einem Zeitgenosse Beethovens, und traurige Balladen des in der Nähe von Lennep aufgewachsenen Liedersammlers Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (“Kein schöner Land”) erklingen.
Der Sound von SPILLŸCK wird vor allem durch den Dudelsack geprägt. Dieser war in früheren Zeiten in ganz Europa, so auch im Rheinland und im Bergischen sehr beliebt, wie die schönen Bilder mit Dudelsack spielenden Engeln im großen Kirchenfenster des Altenberger Doms sowie die Schnitzereien im Chorgestühl mit Dudelsack quetschenden Teufeln dort und in zahlreichen anderen Kirchen und Kapellen der Region belegen.
Die Musiker spielen nach Absprache in den alten rheinisch/bergischen Trachten und erzählen zwischen den vorgetragenen Musikstücken Anekdoten und Wissenswertes aus alten Zeiten.

Besetzung: